
Er ist längst schon Tradition geworden und er hat Stil: Die
Rede ist vom Aichacher Neujahrsempfang, zu dem die Stadt am Nachmittag des 1.
Januar über 200 Bürger ins Pfarrzentrum geladen hatte. Diesmal gehörten ehrenamtliche
Mitarbeiter im Haus der Senioren, des Freundeskreises des Stadtmuseums und
des Sisi-Schlosses zu den Gästen. Auch Pflege-
und Verwaltungsmitarbeiter des Aichacher Krankenhauses sowie Vertreter der
Aichacher Firmen und Ärzte gehörten zum ausgewählten Personenkreis, aber auch
Neubürger und ein besonderes Trio: die Drillinge Regina, Bianca und Markus
Huber aus Griesbeckerzell, die 2007 ihren 18. Geburtstag feierten. Schwungvoll
und jazzig spielte sie die Crazy Oak Big Band ins Jahr 2008. Die Stadt
verwöhnte ihre Gäste auch kulinarisch mit einem von der Stadtsparkasse
gesponserten Büffet: Bei Seezungenröllchen auf Basmatireis oder Wildragout mit
Spätzle und einem Kaiserschmarrn hinterher konnte denn auch keiner widerstehen. Stil hatte allerdings nicht nur das „Drumherum“, sondern
auch der Inhalt. Ein gut gelaunter Bürgermeister Klaus Habermann verstand es in
seiner Neujahrsansprache zu informieren, aber auch zu unterhalten, gar zu
amüsieren. Beispielsweise mit einem Stoiber-Zitat. Der habe Angela Merkel mit
diesen Worten zum Geburtstag gratuliert: „Wir werden alle älter, vor allem die
Frauen“. Kommentar Habermann: „Der braucht sich nicht wundern, dass er von
einer Frau gestürzt worden ist.“ Was die nahe Zukunft „seiner“ Stadt anbelangt,
macht sich der Bürgermeister keine Sorgen. Ganz im Gegenteil. Er bescheinigte
Aichach ein „Bürgerengagement in Reinkultur“, das zwischenmenschliche Klima
stimme. Eine Stadt von heute müsse tolerant, weltoffen und migrationsfähig
sein. Aichach sei hier auf einem sehr guten Weg, so Habermann. Natürlich ging
das Stadtoberhaupt auch auf wichtige Ereignisse im vergangenen Jahr ein und
streifte die Vorhaben in den nächsten zwölf Monaten, ganz vorne der Grünzug
Paar („Nächstes Jahr um diese Zeit wird das an der einen oder anderen Stelle
der Paar bereits zu sehen, zu fühlen und zu erahnen sein“) und die
Wiederaufnahme in die Städtebauförderung. Mit Grußworten wandten sich stellvertretender Landrat Rupert
Reitberger, der katholische Stadtpfarrer Johannes Schmidt, sein evangelischer
Kollege Wolfgang Hilf und Rudi Puecher, Bürgermeister der Partnerstadt Brixlegg,
an die Festgesellschaft. Sie forderten die Menschen unter anderem zu
Zivilcourage und Einsatz für Gerechtigkeit auf. Stadtpfarrer Schmidt verwies
bei der Suche nach dem Glück auf die Bergpredigt, und Wolfgang Hilf riet ihnen
Zuversicht und Gelassenheit an. Dazu passten Bürgermeister Habermanns Gedanken
über das „Glück der Unerreichbarkeit“. Er forderte die Zuhörer dazu auf, den PC
bis Sonntag nicht einzuschalten: „Nehmen wir uns einfach mal das Recht heraus,
nicht ständig auf Standby zu stehen.“ Davon könnte dann sogar auch noch das
Klima profitieren… |