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Die Geschichte der Stadt Aichach

Aichach kann auf eine bald 1000-jährige Geschichte zurückblicken. In der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts (vor 1078) wird die Kirche von Aichach erstmals in einer chronikalischen Notiz des Klosters St. Ulrich und Afra in Augsburg genannt. Die Ansiedlung ist sicher älter.

1115 Erstmals nennt sich Otto, einer der Grafen von Scheyern, nach Wittelsbach, der im Stadtgebiet gelegenen Stammburg des jahrhundertelang regierenden bayerischen Herrscherhauses der Wittelsbacher. Wenig später erscheint Otto von Wittelsbach als Pfalzgraf von Bayern und damit als Herr über die königlichen Güter im Aichacher Raum und als oberster Richter in Bayern.

um 1135/40 In einer undatierten Urkunde werden erstmals ein Gottfried und eine Hermann von "Aichahe" genannt, wohl Dienstleute der Pfalzgrafen von Wittelsbach. Dies ist vermutlich der Grund für die Annahme, dass der Pfalzgraf in Aichach eine Burg gebaut habe.

1177 In einer Urkunde wird von einem "burgus" Aichach gesprochen, womit wohl die zur Burg in Oberwittelsbach gehörigen Siedlung gemeint ist.

1180 belehnt Friedrich Barbarossa den Pfalzgrafen Otto den Älteren († 1183) mit dem Herzogtum Bayern. Die Dynastie regierte Bayern ununterbrochen bis 1918.

1209 Die Burg des letzten Pfalzgrafen Otto VIII. in Oberwittelsbach wird geschleift. Er war geächtet worden, da er 1208 den staufischen König Philipp von Schwaben in Bamberg ermordet hatte. Der Besitz des Pfalzgrafen im Land um Aichach fällt an die herzogliche Linie der Wittelsbacher.

1210 schenkt Ludwig I. der Kelheimer die Kirche von Aichach dem Deutschen Orden.

um 1230 ist Aichach der Sitz eines herzoglichen Kastenamtes, das bald als Landgericht das Gebiet des späteren Landkreises und den Raum um Friedberg und Schrobenhausen umfasst.

1250 wird erstmals ein Komtur als Leiter eines Hauses des Deutschen Ordens in Aichach genannt. Aichach war bis 1384 der Sitz einer Deutschordenskommende, die dann nach Blumenthal verlegt wurde und bis 1806 bestand.

1331 Erstmals wird vom Bau einer Mauer um den "Markt" Aichach in einer Urkunde gesprochen.

1347 verleiht Kaiser Ludwig der Bayer "unser Statt Aychach [...] allw die Recht [...] die unser Statt due die Burger ze Munichen [...] habent".

1354 bestätigt der Bischof von Augsburg die Stiftung des Spitals durch den Bürger Konrad der Werder und dessen Frau Elisabeth.

1394/95  belagert Herzog Johann II. von Bayern-München zweimal Aichach, die Stadt seines Bruders Stéphan III. von Bayern-Ingolstadt.

1418 verstärkt Herzog Ludwig im Barte von Bayern-Ingolstadt die Befestigung der Stadt, wovon noch die kunstvolle Inschriftentafel an der Spitalkirche und die Stadttore und Mauerreste zeugen.

1504 kam Kaiser Maximilian I. persönlich nach Aichach, um mit 23 anderen Räten und Gesandten im Rathaus über das erledigte Herzogtum Bayern-Landshut zu beraten.

1634 brennt die Stadt nach einer Belagerung nahezu völlig ab. Im Laufe des Dreißigjährigen Krieges zogen die Truppen der Kriegsparteien immer wieder durch die schwer mitgenommene Stadt an der Straße von Augsburg nach Regensburg. Der Schwedengeneral Gustav Horn und die kaiserlichen Generäle Aldringen und Jan van Werth standen sich um Aichachs willen gegenüber.

1704 kamen englische, holländische und spanische Truppen nach Aichach und das herzogliche Schloss wurde ein Opfer des Spanischen Erbfolgekrieges.

1792 arbeiten in Aichach 24 Uhrmachermeister zum großen Teil für den Export nach außerhalb von Altbayern.

1796 ziehen französische und österreichische Truppen je nach Kriegslage durch die Stadt und nehmen zum Leidwesen der Bürger in und bei Aichach Quartier. Im Gasthof des Bräuers Lorenz Alois Gerhauser am Stadtplatz wohnten u.a. der französische General Saint Cyr und 1799 sogar der Kosakenführer Rimsky Korsakov.

1812 wurde im Stadtschreiberhaus Ludwig Steub geboren, der später mit Prinz Otto von Bayern, der König von Griechenlad wurde, nach Griechenland kam und durch seine Reiseberichte über Tirol sowie über Sitten und Bräuche im bayerischen Oberland zum Entdecker der Schönheit des Alpenlandes wurde.

1875 wird die Bahnlinie Augsburg - Aichach - Ingolstadt eröffnet.

1904 - 1908 bekam Aichach die große Frauenstrafanstalt.

1913 Eröffnung der Postautoverbindung Aichach - Altomünster.

1918 Im Ersten Weltkrieg fielen allein 131 Männer aus der Stadt Aichach.

1925 Ein Tiefbrunnen wird zur Sicherstellung der Wasserversorgung der Stadt gebaut.

1931 Bau eines Freibades.

1934 Bau des neuen Postgebäudes in der Bahnhofstraße und Errichtung des staatlichen Gesundheitsamtes.

1935 Bau einer Heimstättensiedlung.

1945 Beim Einmarsch der Amerikaner wird eine Frau getötet, sonst gab es kaum Schäden. Im Zweiten Weltkrieg mußten 258 Aichacher ihr Leben lassen.

1958 Einweihung der neuen Volksschule in der Ludwigstraße.

1966 Richtfest auf dem Hauptbau des neuen Kreiskrankenhauses.

1967 Unterrichtsbeginn in der neuen Realschule.

1972 Die Kreise Aichach und Friedberg werden im Rahmen der Gebietsreform zusammengelegt. Aichach bleibt Kreissitz. Josef Bestler wird als Landrat des Großkreises Aichach-Friedberg wiedergewählt. Alfred Riepl wird Bürgermeister. Im Rahmen der Gebietsreform werden umliegende Orte eingemeindet.

1972 Einweihung der neuen Hauptschule an der Jahnstraße.

1974 Aufnahme des Unterrichts am Gymnasium (17. September).

1978 Einzug in das neue Landratsamt an der Münchener Straße und Einweihung der Ortsumgehung der Bundesstraße 300.

1980 Der Landkreis erbaut ein großes Sportstadion.

1985 Die Stadt feiert "750 Jahre Stadt Aichach".

1987 Neubau des Verwaltungsgebäudes I am Tandlmarkt 13.

1987 Neubau einer Tiefgarage an der Schulstraße/Martinstraße.

1991 Unterzeichnung des Städtefreundschaftsvertrages mit der Marktgemeinde Brixlegg in Österreich.

1992 Unterzeichnung des Städtefreundschaftsvertrages mit der Stadt Schifferstadt in Rheinland-Pfalz. 

1994 Einweihung der neuen Ortsdurchfahrt in Griesbeckerzell.

1995 Neubau des Kindergartens in Klingen.

1995 Einweihung des Neubaues des Alten- und Pflegeheimes der Heilig-Geist-Spitalstiftung.

1996 Fertigstellung des städtischen Freibades und bezugsfertiger Neubau der Grundschule in Aichach-Nord.

1997 Biomasse-Heizwerk in Aichach-Nord geht ans Netz.

1997 Die Stadt feiert "650 Jahre Stadtrecht Aichach".

1997 Fertigstellung der Edith-Stein-Schule.

1998 Neu- und Umbau der Kläranlage.

1999 Erwerb des Wasserschlosses in Unterwittelsbach durch die Stadt Aichach.

Weiterführende Literatur zur Stadtgeschichte:
Wilhelm Liebhart - Rudolf Wagner (Hg.), Aichach im Mittelalter, Aichach 1985.
Josef Müller, Aichach einst und jetzt. Von den Anfängen bis zum demokratischen Wiederaufbau. Überarbeitet von Ralph Andersson, Aichach 1997

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