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Stadtteile von Aichach

Algertshausen

1140 wurde Algishusen geschrieben, dann Alkishusen, ab 1517 Algertshausen. Der Ortsname bedeutet: "Bei den Häusern eines Alagis oder Adalgis". Aus dem Geschlechte der Herren von Algishusen wurde Heinrich um 1230 Burggraf in Augsburg. 1286 Siegfried Bischof von Augsburg. 1288 erlischt das Geschlecht. Seit dem 13. Jahrhundert blickt die romanische Kirche von ihrer Höhe ins Paartal. 1752 zählte das Dorf 19 Anwesen. 1822 wurde es mit dem Bahnhofsgelände und der Einöde Untermühle eine selbständige Gemeinde. Die Bahnlinie wurde 1875 eröffnet. 1840 zählte die Gemeinde nur 98 Einwohner. 1974 brachte Algertshausen bei der Eingemeindung 416 Einwohner auf einer Gebietsfläche von 240 ha mit nach Aichach.

Ecknach

Ecknach schrieb man um 800 Ecchinaha, 817 Echinaha, 1153 Ecchina, um 1200 Eckna, ab 1650 Eckhnach, später Ecknach. Ein Ecko oder Eckeprecht, der dem Ort am gleichnamigen Fluss den Namen gab, dürfte im 7./8. Jahrhundert gelebt haben. Vielleicht ist in den beiden Sagen von den zwei Kapellen die Erinnerung an die beiden Kirchlein von 788 festgehalten, die im 10. Jahrhundert bei den Ungarneinfällen in Flammen aufgingen und wieder aufgebaut wurden. Zwischen 788 und 807 hatten zwei Priester, Oadalpald und Minigo, auf von ihren Vorfahren ererbten Boden im Ecknachtal zwei Kirchen erbaut. 1024 übergibt Kaiserin Kunigunde einen großen Hof in Ecknach durch den Adeligen Babo an das Kloster Kühbach. Seit 1818 war Ecknach mit dem Weiler Tränkmühle und den Einöden Eitershofen und Nisselbach eine selbständige Gemeinde, die 1840 genau 330 Einwohner zählte. Seit 1978 gehört Ecknach mit seinen Industriegebieten und 978 Einwohnern auf 940 ha Gebietsfläche zur nahen Stadt Aichach.

Edenried

Bei Griesbeckerzell liegt das Dorf Edenried. Es ist aus zwei verschiedenen Rodeorten zusammengewachsen. Der nördliche Teil mit der Pfarrkirche St. Veit hieß im 12. Jahrhundert (1121) Rechin oder Rechelried, 1404 Röchinried. Der südliche Teil wird 1303 erstmals Ödenrieth genannt. Ödenried ist etwas jünger als Rechenried. Der Ortsname bedeutet: "Auf der öden, kaum bebauten Rodung". Die Herren von Edenried waren das Augsburger Domkapitel und die Klöster St. Ulrich und Thierhaupten. 1750 zählte der Ort 25 Anwesen. 1972 wurde Edenried mit 211 Einwohnern auf 240 ha Gebietsfläche nach Griesbeckerzell eingemeindet, dann 1978 nach Aichach.

Gallenbach

823 schrieb man Calmanaspah, im 12. Jahrhundert Gallenbach. Der Ortsname ist nicht klar ersichtlich. Er bedeutet vielleicht "Anhöhe des Calmana" oder "kahler Hügel" aus dem althochdeutschen Wort "kalo" oder "kalwes", das soviel wie "kahl" bedeutet, und "pah" (Hügel, Anhöhe). Er könnte auch gedeutet werden als "Bach, der aus einer Wassergalle (Druckwasserquelle) entsteht". 1752 bestand das Dorf aus 36 Anwesen. 1818 wurde das Dorf mit Ippertshausen, Neul, Windten und Röckerszell eine selbständige Gemeinde. 1978 kam Gallenbach mit 448 Einwohnern auf 877 ha Gebietsfläche zur Stadt Aichach.

Griesbeckerzell

Der Ortsname ist eine Verschmelzung zweier Namen: "Grizpach" und "Cell". Ursprünglich scheint der Ort nur "Cell" geheißen zu haben. Später wurde er nach den neuen Inhabern "Grießpach" genannt. Erst 1359 taucht urkundlich ein Ulrich von Griezpeck auf. 1371 schrieb man Griespeckerzell. Nach dem Aussterben der "Griesbecke" im 14. Jahrhundert trat ein Geschlecht von Fischach in den Besitz des Ortes und der Hofmark. Später erschienen die Zelter, dann von 1500 bis 1827 die Herren von Burgau. Das 1698 erbaute Barockschloss in der Mitte des Dorfes kam 1854 zum Abbruch. 1818 wurde Griesbeckerzell mit Hiesling, Hofgarten, Neuhausen und Knottenried eine selbständige Gemeinde. 1762 zählte das Dorf 295 Einwohner. 1970 waren es 964 Einwohner. 1978 wurde Griesbeckerzell mit 1198 Einwohnern auf 698 ha Gebietsfläche in die Stadt Aichach eingemeindet.

Klingen

1177 schrieb man Chlingen. Die Herkunft des Ortsnamens ist noch unklar. Vielleicht bedeutet er "wildes Wasser, Gießbach oder Schlucht". 1240 hieß der Ort Machamshoven, im 12. Jahrhundert vermutlich Fuklingen. 1417 wurde Clingen, ab 1464 Klingen geschrieben. 1752 zählte das Dorf 66 Anwesen. 1818 wurde es mit Blumenthal, Andersbach, Gansbach, Matzenberg und Wilpersberg eine selbständige Gemeinde, die 1840 bereits 477 Einwohner zählte. Im Jahr 1977 kam die Gemeinde Klingen mit 867 Einwohnern auf 1639 ha Gebietsfläche zur Stadt Aichach.

Mauerbach

1752 bestand das Kirchdorf aus 16 Anwesen. 1818 bildete Obermauerbach mit Untermauerbach eine selbständige Gemeinde, die 1977 nach Aichach kam. Die neugotische Kapelle "Maria Stock" in Untermauerbach wurde 1948 durch einen Neubau ersetzt. In der Verwaltung der Stadt Aichach wird Untermauerbach als eigener Ortsteil geführt. Im Jahre 1977 wurde Mauerbach mit 588 Einwohnern und einer Gebietsfläche von 838 ha in die Stadt Aichach eingemeindet.

Oberbernbach

782 schrieb man Pernopah, um 1280 Pernpach, später Oberbernbach (zur Unterscheidung zu Unterbernbach). Der Ortsname ist als "Höhensitz oder Anhöhe des Perno" zu erklären. 782 schenkte hier Adalhelm sein Erbe Adelshausen an die Kirche von Freising. 1312 übertrug König Ludwig der Bayer seine Güter in "Pernbach" dem Deutschen Haus in Blumenthal. Bis 1806 war Oberbernbach den Deutschherren unterstellt. Im 30-jährigen Krieg sowie 1704 beim Einmarsch der Engländer und Holländer wurde Oberbernbach eingeäschert. 1752 zählte es 47 Anwesen. 1818 wurde das Dorf eine selbständige Gemeinde. 1863 kamen Froschham und Aich hinzu. 1978 erfolgte die Eingemeindung von 1487 Einwohnern auf 771 ha Gebietsfläche zur nahen Stadt Aichach.

Oberschneitbach

Um 1135 schrieb man Snaitbach, um 1280 Obersnaitpach, 1140, Oberschneitpach, dann Oberschneitbach. Der Ortsname kommt wahrscheinlich vom altdeutschen "snidan" (schneiden) und "paho" (Anhöhe). Es könnte also bedeuten: "Anhöhen, die (vom Wald) geschnitten  und gereinigt wurden." Im 12. Jahrhundert wird ein niederer Adel genannt, der Besitz an das Kloster St. Ulrich schenkt. Später bekamen auch die Klöster Scheyern und Fürstenfeld dort Besítzungen. 1752 gab es in Oberschneitbach 38 Anwesen. Größter Besitz war bis 1806 die Deutschordenskommende Blumenthal. 1972 kam die seit 1818 selbständige Gemeinde mit 279 Einwohnern auf 515 ha Gebietsfläche zur Stadt Aichach.

Oberwittelsbach

1115 schrieb man Witilinesbac, 1138 Witlinespah, 1327 obern Wittelspach, später Oberwittelsbach. Der Ortsname bedeutet "Hügel oder Anhöhe des Wittelino" oder kurz: "Klein bewaldete Anhöhe". Die frühesten Anfänge dieses Burgortes sind noch in sagenhaftes Dunkel gehüllt. Schon vor dem Jahr 1000 soll eine Burg bewohnt gewesen sein. Graf Otto III. von Scheyern zog 1083 nach Wittelsbach und erbaute eine bereits bestehende Burg aufs Neue. Er wird sie vergrößert haben. Ab 1115 nennen sich die Grafen "Pfalzgrafen von Wittelsbach". Aber 1209 wurde die Burg, der Stammsitz der Wittelsbacher, völlig zerstört. Das Dorf begann sich langsam zu entwickeln. Aus drei Höfen um 1235 wurden bis 1752 an die 17 Anwesen. 1818 wurde das Dorf mit dem inzwischen abgegangenen Weiler Wöresbach und der Einöde Heckenstall eine selbständige Gemeinde. Im Jahr 1978 wurde Oberwittelsbach mit 208 Einwohnern auf 412 ha Gebietsfläche der Stadt Aichach eingemeindet.

Sulzbach

1121 wurde Sulszebach, ab 1136 schon Sulzbach geschrieben. Der Ortsname bedeutet wohl "sulziger, sumpfiger Bach". Der Ort dürfte schon früh zwischen dem Domkapitel und dem Kloster St. Ulrich in Augsburg aufgeteilt gewesen sein. Die Adeligen "von Sulzbach" waren wahrscheinlich bischöfliche Ministerialen, später bekamen sie das Schenkenamt beim Herzog. Schließlich gelangten viele Güter an die Universität Ingolstadt, die die Hofmark bis 1803 besaß. 1752 wurden 22 Anwesen gezählt. 1818 wurde Sulzbach eine selbständige Gemeinde. Im Jahre 1972 wurde Sulzbach mit 397 Einwohnern auf 296 ha Gebietsfläche an die Stadt Aichach angeschlossen.

Untergriesbach

Im 12. Jahrhundert schrieb man Griezpach, 1404 Griezbach prope (nahe) Aichach, 1473 Niedergriespach, 1632 Undergriesbach. "Gries" ist der sandige Feinkies, wie er an den Hügeln des rechten Paarufers zu finden ist. Der Ortsname kann gedeutet werden als "sandiger Bach von der Anhöhe". Das Kloster St. Ulrich in Augsburg erhielt schon 1180 hier Besitz. 1404 waren es drei Anwesen. Der Ort war später in Händen von verschiedenen Herren. 1752 bestand das Dorf aus 20 Anwesen. Es wurde 1818 eine selbständige Gemeinde, die allmählich wuchs und immer noch wächst. Bei der Eingemeindung 1970 in die Stadt Aichach zählte die Gemeinde Untergriesbach 278 Einwohner auf 219 ha Gebietsfläche.

Unterschneitbach

Um 1135 schrieb man Snaitbach. Der Ortsname kommt vom altdeutschen "snidan" (schneiden) und "paho" (Hügel). Er könnte bedeuten: "Anhöhen, die vom Wald geschnitten und gereinigt wurden". Nach ihrer Entstehung sind Ober- und Unterschneitbach eng miteinander verbunden. Auf der Burg in Unterschneitbach versammelte sich 1302 der oberbayerische Adel zu einem Rittertag, bei dem es zur "Schneitbacher Einung" kam. 1393 wurde diese Burg niedergebrannt. 1752 zählte das Dorf 22 Anwesen. 1818 wurde es mit dem heutigen Grubethaus eine selbständige Gemeinde, die 1840 noch 171 Einwohner zählte. Im Jahr 1970 wurde Unterschneitbach mit 399 Einwohner auf 371 ha Gebietsfläche an die Stadt Aichach angeschlossen.

Unterwittelsbach

1108 schrieb man Witlinspach ("Hügel des Witilo"). 1280 Inferius Witlinspach, 1456 Undter Witelspach, ab 1486 Unterwittelsbach. Die Burgmänner in Unterwittelsbach dürften wohl Vasallen "de Witilinespach" gewesen sein. Sie sind erstmals 1108, aber noch im 13. Jahrhundert erwähnt, als die Burg in Oberwittelsbach längst zerstört war. Nach dem Aussterben dieser Herren besaßen die Sandizeller im 15. Jahrhundert dieses Wasserschloss. Durch Kauf ging es 1533 an den Konvent des Klosters St. Ulrich in Augsburg. Nach der Säkularisation 1803 erwarb nach einigen Zwischenbesitzern 1838 Herzog Max in Bayern, der Vater der österreichischen Kaiserin "Sisi", die als Kind hier zeitweise gelebt hat, das einfache Adelsschloss und ließ es mit der Kapelle instand setzen. 1999 wurde das Wasserschloss von der Stadt Aichach erworben. Im Jahr 1972 wurde Unterwittelsbach mit 399 Einwohnern auf 471 ha Gebietsfläche nach Aichach eingemeindet.

Walchshofen

Um 1077 schrieb man Walishoven. 1177 Waleshoven, 1330 Walcheshoven, später Walchshofen. Die Entstehung des Ortsnamens dürfte in die Zeit der bajuwarischen Landnahme nach 500 zurückzuführen sein. Die Bajuwaren nannten die keltischen oder römischen Einwohner "Walchen" oder "Welsche", also "Fremde (Römer) aus dem Süden". Als "Höfe der Walchen" ist der Ortsname zu erklären. Ab 1077 saßen "Adelige Walchen von Walchshofen" als wittelsbachischen Ministerialen am Ort. Im 13. und 14. Jahrhundert kamen viele Güter in die Hände verschiedener Klöster, wie St. Ulrich oder Fürstenfeld, später auch Indersdorf und Kühbach. Um 1350 unterschied man zwischen Ober- und Unterwalchshofen. 1752 wurden im Dorf 25 Anwesen und zwei Mühlen gezählt. 1818 wurde eine eigene Gemeinde mit Froschham und Aich gebildet. Diese beiden Anwesen kamen aber 1863 zur Gemeinde Oberbernbach. 1840 zählte die Gemeinde 191 Einwohner. 1972 wurde Walchshofen mit 230 Einwohnern auf 456 ha Gebietsfläche an die Stadt Aichach angeschlossen.

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